Wenn das Mobbingopfer Kante zeigt

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen echauffiert sich – wieder einmal – über den US-Präsidenten Donald J. Trump. Er sei ein „verhaltensgestörter Onkel“, bei dem sich jeder fragen würde, ob er das „Familienfest G-20“ sprengt, oder doch noch kurz vor knapp die Reißleine ziehen kann und sich zusammenreißt.

Die Medien unterliegen einem Reflex, der an einen Bully erinnert, der nach unzähligen Streichen und Hänseleien von seinem Lieblingsopfer dann doch eins auf die Mütze bekommt. Dass deutsche Medien bei der jüngsten Zuwehrsetzung Trumps nicht betroffen sind spielt keine Rolle. Man zeigt sich mit den Mobbing-Kollegen in Übersee, in deutsch-europäischer Manier, solidarisch. Dieser Reflex lässt diejenigen, die nicht in jedem zweiten Satz, geradezu wie von Touret befallen, einen Seitenhieb gegen Trump, Putin & Co einbauen, kopfschüttelnd zurück. Die Medien, die es nicht auslassen Trumps Frisur, seine Essgewohnheiten oder seine angeblich kleinen Hände, als ein Merkmal schlechter Menschen darzustellen, fallen sofort in die Opferrolle, wenn ein Politiker es neuerdings wagt, anders als hierzulande, mit gleichen Mitteln zurückzuschießen. Das sind jene Akteure der sogenannten vierten Gewalt nicht mehr gewohnt. Widerspruch der politischen Kaste? Wo käme man da auch hin!

Trump, sogleich er auch 70 ist und die viral gegangene Twittermeldung höchstwahrscheinlich nicht selbst kreierte, beweist mit der Publizierung unter seinem Namen ein Feeling für den Zeitgeist, der Memes und montierte Clips in den Kreis der Kulturgüter aufsteigen ließ. Er versteht diese Auswüchse der modernen, digitalen Welt nicht nur, er weiß diese auch für sich selbst und den Wahlkampf nach dem Wahlkampf zu nutzen. Hier sind die Medien es, die mit dem Temperament eines pflanzenfressenden Megasauriers, empört auf den Boden stampfen und mit Krokodilstränen auf die ihnen widerfahrende Ungerechtigkeit hinweisen. Ja, Trump mag alles andere als konventionell sein, doch genau diese Eigenschaft hat ihm erst den Sieg beschert. Und getreu dem Motto „Never change a winning System“ verfährt er nun auch in seiner Präsidentschaft. Das Wrestlingvideo mit dem hineinmontierten CNN-Logo transportiert, dem Zeitgeist entsprechend, in aller Kürze einen Sachverhalt: Das Niederringen des Medienkonzerns durch den POTUS. Wie auch sonst könnte man die jüngste Kontroverse um „Fake News“ bezeichnen, wenn nicht als einen Sieg Donald Trumps, der sich in der Entlassung von drei CNN-Mitarbeitern äußerte, nachdem diese nachweislich falsche Meldungen über Trumps Russland-Connection verbreiteten? Trump ist alles andere als reaktionär; in seiner Art ist er geradezu erfrischend rebellisch und durch solche Twitterperlen dem Volk näher, als es Hillary Clinton und Konsorten je sein könnten.

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